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Familienbetrieb näht Arbeitshosen für Deutschland und die Welt
"Die Jeans aus'm Laden, die kannst Du vergessen. Die sind nach'm
Vierteljahr abgenutzt, aber unsere, die halten zwei Jahre", sagt Editha
Paulsen nicht ohne Stolz. Firma Paulsen ist eine kleine
Berufskleidungsnäherei im Süden von Hamburg, "auf der Veddel". Mutter
Editha (72) und Sohn Carsten Paulsen (50) leiten Betrieb und Verkauf in
einem winzigen Altbau. Vier Näher stellen im angrenzenden
Gartenbungalow die "Original-Veddel-Kleidung" her. Damit sind die
Paulsens der letzte Betrieb in Deutschland, der Berufskleidung in der
eigenen Firma selbst fertigt.
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Die "Veddel-Kleidung" hat einen ausgezeichneten Ruf: Aus Sachsen und
Hessen, sogar aus Dänemark und Frankreich kommen Zimmerleute, Maurer,
Bauarbeiter, um sich auf der Veddel ihre Hosen, Westen und Hüte nach
Maß anfertigen zu lassen. Und die Handwerker, die nicht kommen, besucht
Carsten Paulsen vor Ort: Fünf Nageltaschen für eine kleine
Traditionsfirma am Nord-Ostseekanal, gleich 50 neue Arbeitshosen für
den dynamischen Marktführer in der Lüneburger Heide.
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Paulsen kommt, Paulsen ist schon da, Paulsen vermisst -
zehn Maurer in zehn Minuten, 25 Zimmerer in einer Viertelstunde. Bund,
Länge, Schritt. 60.000 Kilometer fährt Paulsen mit seinem Veddel-Mobil
im Jahr. |
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Das NDR-Team war bei diesen Fahrten dabei, hat beobachtet, wie Paulsen
beim Rocker-Meeting in Wilhelmshaven neue Kunden für die Lederabteilung
gewinnt, oder wie er beim "Zunfttreffen" in Frankreich die
"Wandergesellen" aus ganz Europa neugierig macht auf "Original Veddel".
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Die tapferen Schneider - eine Reportage über einen
kleinen Familienbetrieb, der seit mehr als vierzig Jahren alle
schwierigen Phasen überstanden hat. Denn bei Paulsens gilt: Jammern ist
nicht. Und aufgeben schon gar nicht. |
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Eine Reportage von Uli Patzwahl
Redaktion: Margarete Runte-Plewnia
Erstsendung: 16.01.2004 im Ersten
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